Springe zum Inhalt

Die Änderung des Geschlechts (sogenannte "große Lösung") sowie des Vornamens (sogenannte "kleine Lösung") in Deutschland ist im Transsexuellengesetz (TSG) geregelt. Das Gesetz gilt seit 1981. In den letzten Jahren hat das Bundesverfassungsgericht jedoch zentrale Vorschriften außer Kraft gesetzt, da sie mit den Rechten des Grundgesetzes auf sexuelle Selbstbestimmung und körperliche Unversehrtheit nicht vereinbar sind.

Das Geschlecht und der Vorname können nach der heutigen Fassung des Gesetzes unter den folgenden Voraussetzungen geändert werden: Die trans* Person muss einen Antrag stellen, in dem er_sie darlegt, dass er_sie "sich auf Grund ihrer transsexuellen Prägung nicht mehr dem in ihrem Geburtseintrag angegebenen Geschlecht, sondern dem anderen Geschlecht als zugehörig empfindet" und seit mindestens drei Jahren dem inneren "Zwang" folgt, "ihren Vorstellungen entsprechend zu leben". Weiterhin muss anzunehmen sein, "dass sich ihr Zugehörigkeitsempfinden zum anderen Geschlecht nicht mehr ändern wird" (§ 1 Transsexuellengesetz (TSG) zur Vornamensänderung, § 8 TSG zur Personenstandsänderung). Zur Feststellung dieser Umstände holt das zuständige Gericht zwei Gutachten von Sachverständigen ein. (§ 4 TSG zur Vornamensänderung, § 9 Absatz 3 in Verbindung mit § 4 TSG zur Personenstandsänderung).

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes und der bundesweite Arbeitskreis Transsexuellengesetz sprechen sich für die Abschaffung der Begutachtung und des gerichtlichen Verfahrens aus. Die Gutachten werden in der Praxis oftmals auf Grundlage subjektiver Ansichten erstellt und belasten die Betroffenen vor allem psychisch und finanziell. Weiterhin steht diese Praxis im Widerspruch zum Selbstbestimmungsrecht von trans* Personen, die nur selber wirklich beurteilen können, welche geschlechtliche Identität sie haben.

%d Bloggern gefällt das: